Samstag, 2. Juni 2018
Es gibt da in meiner Kinder und Jugendzeit vieles, was mich auch heute noch verwirrt. Vieles wegen dem ich innerlich sehr wütend bin und so manches wo ich mich tatsächlich Frage wie es dazu kommen konnte.
Wo fange ich an? Dies ist tatsächlich wohl der Größte und prägenste Teil, da er sich durch mein ganzes bisheriges Leben zieht.

Als ich klein war waren meine Eltern noch verheiratet. Was aber eigentlich keine große Rolle gespielt hat, da ich die beiden nie als liebendes Paar wahr genommen habe. Gehasst haben sie sich, seit ich sie kenne. Deshalb konnte ich die Entscheidung, dass die beiden sich scheiden ließen als ich 11 war nur jubelnd beglückwünschen. Meine Eltern sind augenscheinlich eigentlich zwei normale Menschen. Mein Vater, der EDV Manager mit dem tollen Gehalt, meine Mutter die Übermutter die dafür sorgt, dass in der Schule alles läuft.

Aber jetzt mal hinter die Fassade geblickt. Primär geht es um meine Mutter. Sie ist der Auslöser für viel Wut die ich empfinde. Sie ist der Grund dafür, dass ich bin wie ich bin und nicht wie ich sein sollte. Meine Mutter ist scheiße – ganz einfach. Und so sehr ich mich immer anstrenge eine gute Tochter zu sein... es tut mir in der Seele weh das zu sagen. Aber ich mag meine Mutter nicht. Hass ist vielleicht eine Nummer zu groß, weil das geht glaube ich nicht bei Familienmitgliedern. Wobei man es vielleicht sogar so beschreiben könnte. Wenn ich sie nämlich einfach nicht mögen würde, könnte ich sie dann nicht einfach aus meinem Leben streichen? Das geht nicht, sie ist meine Mutter & genau dafür hasse ich sie. Wo fange ich an? Wie kann ich rechtfertigen was ich für diese Frau fühle?

Meine Mutter war schon immer schlimm. Ich kann mich an keine Zeit in meinem Leben erinnern,bis jetzt im Erwachsenenalter, in der ich keine Angst vor ihr hatte. Heute ist es natürlich viel leichter ihr aus dem Weg zu gehen, trotzdem ärgert es mich immer wie viel Respekt sie mir noch heute einflößt und wie klein ich neben ihr werde. Da hat sich nichts dran geändert. Früher habe ich mich klein gemacht und heute ebenso. Meine Mutter ist ein gewalttätiger, aggressiver Mensch und ich kann nicht fassen wie es soweit kommen konnte. Es fällt mir schwer jetzt im folgenden genauer zu beschreiben, wie es so war, weil ich selber noch heute nicht fassen kann, wie widerlich und bestialisch eine erwachsene Frau sein kann. Aber ich werde es versuchen.

Ich sollte das perfekte Kind sein. Sprich, perfekte Noten, nur Freunde von Akademikereltern, pädagogisch wertvolle Hobbys. Leider war ich schon immer eher die abenteuerlustige Träumerin, die sich rein gar nichts aus Ballett oder Schachspielen mit Freunden gemacht hat. JA richtig, das musste ich lernen. Bescheuert was? Das hat meiner Mutter nicht in den Kram gepasst und ich denke das das der Auslöser für ihre grenzenlose Gewalt an mir war. Sie hatte sich das vermutlich anders bei mir vorgestellt. Vielleicht war sie enttäuscht von mir, ich weiß es nicht.

Meine Mutter ist ekelhaft von innen heraus. Nach außen finden sie immer alle cool und nett und die wenigen Male als ich versucht habe zu schildern was sie mit mir gemacht hat, konnte es keiner glauben.
Ich wurde beschimpft, geschlagen, getreten, gebissen, mir wurden Haare ausgerissen, ich wurde angepinkelt, im Wald ausgesetzt, mir wurde des öfteren der Tod angedroht, mir wurden Sachen gegen den Kopf geworfen, mein Kopf wurde gegen Wände geschlagen, ich lag auf dem Boden und es wurde nach mir getreten, ich wurde mit Möbeln beworfen und in der Badewanne nach unten gedrückt. Uff. Hinzu kam die seelische Gewalt – in dem mir eingeredet wurde das sich gewünscht wurde das ich niemals geboren worden wäre. Wieviel besser das Leben ohne mich war. Das ich nichts wert bin. Eine Schlampe eine Fotze eine wasweißich. Ach und der Nummer 1 Renner: ich bin Schuld das die Ehe meiner Eltern kaputt gegangen ist.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mir tatsächlich jetzt im Nachhinein keiner Schuld bewusst bin. Da ich schon immer das ruhige Kind war und einfach panische Angst vor meiner Mutter hatte und eh alles gemacht und gesagt habe was sie mir angedroht hat -konnte sie sich eigentlich nicht beschwerden.
Und ich habe echt alles gemacht. Die Scheidung meiner Eltern war ein reinster Krieg. Es ging ums Geld natürlich. Und wo ich bleibe. Ich hab nie verstanden warum meine Mutter wollte das ich bei ihr bleibe. Sie hat mich nie geliebt.

Um meinem Vater eins auszuwischen zwang sie mich unter Androhungen mit mir gegen den nächsten Baum zu fahren und uns beide zu töten zu der Arbeitsstelle meines Vaters wo ich seinem Kollegen erzählen musste das mein Vater mich angefasst hätte. Während ich das schreibe, ekel ich mich vor mir selbst. Und das tut mir so wahnsinnig leid. Zum Glück war jedem bewusst das das nicht stimmte. Ich war ja auch erst 12 oder so und in der Situtation, wie ich das mit meiner vollgesabberten, kreischenden Mutter stand und auf die Worte: Los sags schon! Erst Laut gegeben habe war das jedem klar. Da sie das leider auch zur Anzeige gebracht hatte musste ich tatsächlich vor Gericht auch nochmal dahingehend Aussagen, aber da war meine Mutter nicht dabei und ich hab natürlich die Wahrheit erzählt. Peinlich ist mir das trotzdem sehr, aber ich hatte so furchtbare Angst was sonst passiert, wenn ich das nicht sage.

Ich mache hier Schluss. Vielleicht komme ich später nochmal auf das Thema zurück, aber ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll und wo aufhören. Ich wünschte, da wäre ein Mensch, dem ich das Face-to-Face erzählen könnte.
Vielleicht finde ich diesen Menschen, dem ich so was anvertrauen kann irgendwann einmal. Und bis dahin, versuche ich Stück für Stück etwas von diesem riesen Thema loszuwerden.




Niemals in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich mal so etwas affiges wie einen Blog anlegen werde. Aber ich hätte auch niemals im Traum daran denken können, dass ich mal so viel Mist zu verarbeiten habe. Wo fange ich an? Und wie? Und was bezwecke ich hier überhaupt?

Ich bin ein ziemlich positiver und glücklicher Mensch. Ehrlich. Nicht nur nach außen. Auch innerlich kann ich mich über fast alles freuen und sehe das positive. Vor allem für das Glück der anderen kann ich mich begeistern, da geht mir richtig das Herz auf. Sei es nun der Heiratsantrag den meine beste Freundin bekommen hat, die bestandene Prüfung oder jede andere etwaige Banalität. Das selbst finde ich an mir gut. Empathie ist das Stichwort. Nie könnte ich mir ausmalen, wie es wäre hätte ich diese nicht. Wie stumpfsinnig muss ein Leben sein, wenn man empathielos durch die Weltgeschichte streift? Oder vielleicht ist es auch einfacher? Keine Ahnung. Es ist wie es ist und ich bin zufrieden. Warum ich das schreibe? Vielleicht um mir selbst zu beweisen, dass ich die Hoffnung nicht aufgeben darf? Das die Sachen, die ich täglich versuche zu verarbeiten nicht das sind, was mich ausmacht. Das ich ein glükckliches Leben habe. Und das ist auch so.
Aber manchmal läuft das Leben nicht rund. Und genau darum geht es hier.
Dieser Blog ist für mich – und zwar nur für mich. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich das Gefühl habe, es gibt da einen Menschen, dem ich mich gerne anvertrauen möchte. Dreiviertel der Dinge die ich hier für mich niederschreiben möchte, habe ich in meinem Leben noch nie jemandem so erzählt. Ich weiß das das falsch ist und das vermutlich genau das helfen würde es zu verarbeiten. Wahrscheinlich schäme ich mich einfach zu sehr. Und zu diesem Zeitpunkt interessiert es sowieso keinen mehr. Ich hätte einfach früher handeln müssen. In so vielen Situationen. Aber die Chance ist nun vertan und damit muss ich umgehen. Also nutze ich nun meine Chance hier und schreibe auf was ich fühle. Zum loslassen.

Los geht’s.